Die Krise der Musikindustrie

Anders als viele Wirtschaftsektoren der Welt, wie dem Immobiliensektor, oder dem Finanzsektor hatte die Musikindustrie noch nie größere Probleme mit der Finanzkrise. Im Gegenteil, während man sich vielerorts fluchtartig aus den Aktien herauskaufte, schien erhöhter Bedarf an Musik in aller Welt entstanden zu sein, da selbst in den Krisenjahren internationale Plattenfirmen noch Gewinne verzeichnen konnten. Doch als sich das Internet 1997 zu etablieren begann, und man auch ohne Auktion gebrauchte CDs verkaufen konnte, sah sich die Musikbranche einem großen Problem gegenüber: dem illegalen Musik-Download. Die finanziell erste größere Problematik entstand hierbei durch das Brennen von CDs auf Rohlinge, die dann unauthorisiert weiter verkauft wurden, und dem illegalen Markt enorme Mengen Umsatzes bescherte. Die Umsatzzahlen Deutscher Rohlingmärkte verdeutlichen dies: Während die Zahl verkaufter Rohlinge vor 1997 noch bei 58 Millionen lag, stieg sie danach auf 303 Millionen. Als die Verkaufszahlen von CD-Rohlingen und bespielten CDs in etwa gleichauf lagen (182 und 185 Millionen) lag ein klares Indiz für die zunehmende Krise der Plattenindustrie weltweit auf der Hand.

Musik-Downloads

Die zweite illegale Niesche kam ab 2002 hinzu. Als unter anderen in dem Internetportal Napster immer mehr illegale Musikdownloads stattfanden, war der Musikbranche klar, dass das Internet noch einige unerforschte Gewässer zu bieten hatte. Und so begann ebenfalls ab 2002 das Geschäft mit Download-Rechten. Als eine echte Altanative zu eBay wurden neue Internetportale geschaffen, oder bekannte Firmenlabels verlagerten ihre Internetsegmente auf das Kaufen von Download-Lizensen wie Apple mit seinem iStore, in dem etliche Songs und Alben zu kleinen Preisen verfügbar gemacht wurden. Erst seit kurzem eröffnete sich der Musikbranche eine neuere Einnahmequelle: Durch die massenhafte Verbreitung ihrer Primärware konnten nun auch mehr Umsätze mit den Werbeerlösen erzielt werden, sodass sich die Internet-Krise der Musikbranche inzwischen wieder beruhigen konnte, und die Kurse wieder ihren gewohnten Gang gehen. Doch was die Zukunft bringt, weiß ja bekanntlich niemand.

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